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Der Sommer 2018!

Die Rebentwicklung beginnt im Winter, wo wir Winzer den Grundstein für die Qualität und Quantität legen. Beim Rebschnitt wird jede Rebe einzeln begutachtet und entschieden, wie viele Augen angeschnitten werden um eine optimale Balance zwischen Menge und Güte zu erreichen.
Da es zwar öfter geregnet hat, aber es nicht so sehr kalt war, konnten wir einen Großteil der Reben im Dezember und Januar schneiden, bevor uns der Winter um die Monatswende Februar / März mit eisigen Temperaturen bis minus 13°C, in der Weinbergsarbeit einschränkte.
Die Böden waren mit einer ausreichenden Winterfeuchtigkeit gut versorgt und Anfang April gab die Sonne Gas. So erfolgte der Austrieb Mitte April, was eigentlich ganz normal ist, jedoch steckt den Winzern immer noch der 2017er im Gedächniss, bei dem es zu fatalen Einbußen durch den Spätfrost im April gekommen war und wir etwa 30% der Ernte in einer Nacht verloren. Dies blieb uns 2018 Gott sei Dank erspart.
Da die Böden feucht waren und die Sonne Anfang Sommer den Reben ein unglaubliches Wachstum bescherte, hatten wir Mühe und Not die schnell gewachsenen Triebe in die Drähte zu heften.
Zur extrem frühen Blüte Ende Mai /Anfang Juni herrschten optimale Bedingungen mit Sonnenschein und 23°C, was zu einer guten Durchblührate führte, auch wenn ein Teil der Rieslingbeeren verrieselten (abgestoßen wurden). Dies sorgte aber im Herbst für lockerbeerige Trauben, welche gute Reifebedingungen hervorbrachten.
Der Sommer nahm kein Ende, aber so langsam fehlte der Regen. Die älteren Weinberge (ab 12 Jahre) haben sehr tiefe und feine Wurzeln, die an Grundwasser und Nährstoffe kommen. Aber die jungen Reben litten teilweise so unter der Trockenheit, dass Anfang August Trauben abgeschnitten werden mussten um die Reben zu entlasten, damit der junge Weinberg überleben konnte.
Bis kurz vor der Ernte waren die Trauben total gesund, jedoch fehlte der Regen um die Beeren zu füllen. Wir hatten viele Beeren am Rebstock, die jedoch so klein waren, das wir von einer relativ kleinen Ernte ausgehen mussten. Irgendwoher zauberten die Reben noch Wasserreserven, so dass wir die ersten sehr reifen Trauben der Burgundersorten schon Anfang September ernten konnten und dies mit einer super Menge und Güte. Die etwas später reifenden Rieslinge haben wir ganz gemächlich ohne Hektik und Stress bis Mitte Oktober gelesen und hatten durchweg tolle Qualitäten. Durch die trockenen Bodenverhältnisse, konnten wir ein paar flachere Weinberge mit einem hochmodernen Traubenvollernter von einem Lohnunternehmer „abschütteln“, was unsere Handlese noch etwas mehr entspannte.
Da wir für Eiswein keinen wirklichen Bedarf haben, gingen wir das Risiko auch nicht ein. Die Kollegen mussten bis zum 20. Januar 2019 warten, bis es kalt genug war, wobei der Ein oder Andere schließlich doch auf eine Ernte verzichten musste, da die Trauben in der Zwischenzeit zu Boden gefallen waren.
Nach einer langen Gärung und dem anschließenden Hefelager, gönnen wir den Jungweinen nun die nötige Ruhe um sich zu stabilisieren, bevor sie am 1. Mai zur Jungweinpräsentation endlich abgefüllt und genossen werden können.

Fazit:
Sonne satt, lässt die Trauben sehr gut reifen, was zu kräftigen Weinen führt. Freuen sie sich auf einen säurearmen Jahrgang und lassen sie sich überraschen.