Jahrgang 2017

Allgemein

Der Frost hat uns getroffen!

Wie war das Wetter für den 2017er?
Der Winter schon wieder zu trocken, die nötige Winterfeuchte für den Austrieb hat gefehlt. Die Temperaturen waren bis auf ein paar frostige Tage im Januar eher zu warm.
Der Austrieb konnte sehr früh Anfang April erfolgen, das ist eigentlich gut, so hat die Rebe genügend Zeit bis zum Herbst ihre Trauben gut auszureifen.
Doch hat es Rund um den 20. April einen Spätfrostschaden gegeben, der halb Europa sehr stark getroffen hat. Im Gegensatz zu z.B. Äpfeln, bei denen gerade die Blüte angefangen hatte, hat es beim Wein die frisch ausgetriebenen Reben getroffen, die sofort welk und braun wurden (siehe Bild, links Frost, rechts normaler Austrieb). Darunter auch unser zweijähriges Jungfeld in der Oberheimbacher Sonne, hier wurden 80% der jungen Triebe geschädigt.
Gott sei dank, wurden alle Weinberge wieder grün, jedoch bildeten diese Ersatztriebe keine oder nur sehr wenige Früchte aus, so dass wir einen Frostschaden von ca. 30% beziffern mussten.

Nach dem Frost stand die Rebentwicklung bei kühlen Temperaturen für fast drei Wochen still. Danach ging es aber mit großen Schritten im Wachstum weiter und wir konnten eine sehr frühe Rebblüte Anfang Juni beobachten. Auch hier gilt, wenn die Blüte zügig und früh verläuft, wird es einen frühen Herbst mit gutem Ertrag geben. Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt trocken und mit 25°C optimal.
Der Sommer war für die Trauben sehr gut, sie lieben Temperaturen um 25°C und ab und zu einen Schauer, was vor allem beim Riesling dazu führte, dass sehr viele Beeren ausgebildet wurden. Das führte aber unweigerlich dazu, dass sich die Beeren bei der weiteren Entwicklung gegeseitig abquetschten und Saft austratt. Dieser beschleunigte vor allem bei den warmen Temperaturen zum Reifebeginn in der Monatswende August – September ein verstärktes Auftreten des Botrytis Pilzes. Dieser diente als Pforte für unerwünschte Fäulnisprozesse wie z.B. die Essigfäulniss. So mussten wir die ersten Trauben extrem früh am 11. September lesen und dabei ca. 1/3 der Trauben aussortieren, um die restlichen Trauben zu retten.

So verlief auch die Ernte kontinuierlich und die Fäulniss bestimmte den Lesezeitpunkt so wie selten zuvor. Wir setzten erstmals einen Vollernter von einem Lohnunternehmer ein, dies ging aber nur dort, wo es die Trauben und die Steigung der Weinberge zulies. Den überwiegenden Teil ernten wir nach wie vor mit Scheren von Hand. Unsere sehr gut geschulten Erntehelfer mussten viel sortieren und wir haben auch eine Negativvorlese bei zwei Weinbergen vorgenommen. Hier wurden unreife und faule Trauben herausgeschnitten und nur die Besten blieben am Rebstock hängen. Diese mussten wir dann nach ein paar Regentagen nach dem ansonsten angenehmen Herbstwetter, am 10. Oktober ernten.

Da alle unsere Trauben sofort nach der Lese verarbeitet und gepresst werden und am nächsten Tag die Gärung eingeleitet wird, erhielten wir fruchtige Weissweine und weiche Rotweine.

Als Fazit müssen wir festhalten, das uns die Natur im Griff hat und wir nur das Beste daraus machen können. Der 2017er wird in ganz Europa rar sein. Bei uns fehlen letztendlich 1/3 vom Wein. Da wir aber genügend Weinberge bewirtschaften, wird es höchstens bei unseren Spezialitäten wie Chardonnay etc. etwas kanpp. Riesling bauen wir zu 70% an, dieser ist immer verfügbar.

Wir wünschen noch viel Spaß mit dem 2016er, der 2017er wird wie in gewohnter Form zum Startschuss am 1. Mai zur Jungweinprobe 2018 verfügbar sein.

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